Die Tour zum Feldsee ist keine gewöhnliche Schwarzwaldrunde, sondern ein kurzer Abstieg in eine Landschaft, die sofort wirkt: steile Karwände, dunkles Wasser, stiller Bannwald und ein klarer Weg zurück zum Feldberg. Wer die Wanderung gut plant, erlebt nicht nur einen der markantesten Seen im Südschwarzwald, sondern bekommt auch eine Route mit sinnvoller Länge, einer passenden Einkehr und wenigen, aber wichtigen Regeln zum Naturschutz. Ich zeige dir, welche Strecke sich für welches Zeitbudget lohnt, wie du anreist, was du einpacken solltest und warum der See gerade wegen seiner Ruhe so besonders ist.
Die wichtigsten Punkte für deine Tour zum Feldsee
- Der Feldsee liegt im Naturschutzgebiet am Feldberg auf 1.109 Metern Höhe und ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
- Für viele Besucher ist der kurze Abstieg ab Haus der Natur oder Kunzenmoos der einfachste Zugang; zum See selbst geht es meist in etwa 30 Minuten bergab.
- Als klassische Rundtour sind 7,3 Kilometer in rund 2:30 Stunden oder 8,8 Kilometer in etwa 3 Stunden realistische Größenordnungen.
- Der Raimartihof ist die naheliegende Einkehr, wenn du die Tour mit Schwarzwälder Küche verbinden willst.
- Am See gilt Badeverbot, und die Wege sollten wegen der empfindlichen Uferflora nicht verlassen werden.
Warum der Feldsee so besonders ist
Der Feldsee ist kein großer Badesee, sondern ein Karsee mit sehr eigener Dramaturgie: klein genug, um unmittelbar zu wirken, und zugleich so eingebettet, dass man sich sofort in einer geschützten Naturkulisse fühlt. Mit seiner Lage unterhalb des Seebuck-Gipfels, den steil aufragenden Felswänden und dem dunklen, klaren Wasser gehört er zu den eindrucksvollsten Orten am Feldberg.
Was ich an diesem See besonders schätze, ist die Mischung aus Nähe und Abgeschiedenheit. Man kommt relativ schnell hin, steht dann aber in einem Raum, der fast still wirkt. Genau diese Spannung macht die Wanderung interessant: oben der belebte Feldberg, unten der ruhige See, dazwischen ein Pfad, der den Charakter der Landschaft sichtbar macht. Der See ist außerdem ökologisch sensibel, weil er sehr nährstoffarm ist und seltene Pflanzen im Uferbereich trägt. Das merkt man ihm nicht an, aber es erklärt, warum hier andere Regeln gelten als an einem gewöhnlichen Ausflugssee.
Wer den Feldsee nur als Fotomotiv betrachtet, verpasst deshalb die eigentliche Qualität. Spannend ist nicht nur der Blick auf das Wasser, sondern der Weg dorthin und die Konsequenz, mit der die Landschaft geschützt wird. Das ist auch der Grund, warum ich die Route immer als Naturerlebnis und nicht als reinen Spaziergang verstehe. Und genau daraus ergibt sich die nächste Frage: Welche Tour passt eigentlich zu deinem Zeitbudget?

Welche Route ich für die meisten empfehle
Es gibt nicht die eine perfekte Runde, sondern mehrere sinnvolle Zugänge. Für manche ist der Feldsee ein kurzer Abstieg mit Aussicht und Einkehr, für andere der Mittelpunkt einer halben Schwarzwaldwanderung. Wenn ich die Strecken nach Aufwand und Erlebnis sortiere, lande ich meist bei drei Varianten.
| Variante | Rahmendaten | Wofür sie gut ist |
|---|---|---|
| Kurzer Abstieg ab Haus der Natur oder Kunzenmoos | Etwa 30 Minuten bergab zum See | Wenn du den Feldsee sehen willst, aber nicht viel Zeit hast |
| Klassische Runde über den Felsenweg | Rund 8,8 Kilometer, etwa 3 Stunden | Für alle, die Waldpfad, Karsee und etwas Kondition verbinden möchten |
| Kompakte Rundtour ab Feldberger Hof | 7,3 Kilometer, etwa 2:30 Stunden, 261 Höhenmeter | Mein Favorit für Besucher, die eine echte Wanderung, aber keinen Tagesmarsch wollen |
Die kompakte Runde gefällt mir am besten, weil sie landschaftlich viel bietet und trotzdem überschaubar bleibt. Der Weg führt teils über schmale, wurzelige und felsige Passagen, also nichts für hastiges Gehen, aber auch nicht für eine alpine Überschätzung. Wer deutlich mehr Strecke möchte, kann den Feldsee außerdem in größere Schwarzwaldtouren einbauen, etwa als Verbindung in Richtung Schluchsee. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Kombination aber nur, wenn du wirklich einen langen Wandertag planst.
Ein Punkt wird oft unterschätzt: Mit Fotostopp, kurzer Seeumrundung und einer Pause am Weg wird aus einer 2,5- bis 3-Stunden-Tour schnell ein halber Tag. Genau das ist für den Feldsee meistens auch die angenehmere Lösung, weil man nicht hetzt, sondern den Ort wirken lässt. Danach stellt sich die praktische Frage: Wie kommst du sinnvoll hin?
So kommst du sinnvoll hin
Ich würde die Anreise nicht dem Zufall überlassen, denn am Feldberg entscheidet der Startpunkt spürbar über den Charakter der Tour. Der Naturpark Südschwarzwald weist darauf hin, dass der Feldsee nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist. Das ist kein Hindernis, sondern Teil des Konzepts: Der See bleibt dadurch ruhig und der Weg dorthin klar gewichtet.
- Mit dem Auto: Nutze nur ausgewiesene Parkplätze und plane bei Wochenenden oder Ferien lieber etwas Puffer ein.
- Mit Bahn und Bus: Bis Titisee oder Bärental fahren und von dort mit dem Bus Richtung Feldberg weiter.
- Für den direkten Einstieg: Haus der Natur, Kunzenmoos oder das Caritas-Haus sind gute Startpunkte.
- Für die Rundtour: Feldberger Hof oder die Einstiege im Feldberggebiet sind praktisch, wenn du den Felsenweg oder eine größere Schleife mitnehmen willst.
Hochschwarzwald nennt vor allem den Bereich um die Feldberg-Caritas und die Talstation als sinnvolle Ausgangspunkte, und genau das macht die Orientierung so angenehm: Du musst den See nicht suchen, sondern nur den richtigen Einstieg wählen. Für mich ist das ein großer Pluspunkt, weil die Tour dadurch auch für weniger ortskundige Wanderer sauber planbar bleibt. Als Nächstes geht es darum, wann sich der Weg am angenehmsten läuft.
Wann die Tour am meisten Spaß macht
Ich plane den Feldsee am liebsten von spätem Frühjahr bis in den Herbst hinein. Dann sind die Wege meist am stabilsten, die Sicht am klarsten und die Kombination aus Wald, Wasser und Fels am stärksten. Im Frühsommer wirkt der See oft besonders ruhig, im Herbst kommen dazu die Farben des Bannwalds, die den Weg noch stimmiger machen.
Nach Regen solltest du die Route ernster nehmen als die Distanz vermuten lässt. Wurzelige Pfade und felsige Abschnitte können rutschig werden, vor allem im Abstieg. Wer hier mit normalen Straßenschuhen unterwegs ist, merkt den Unterschied schnell. Ich würde deshalb auf feste Wanderschuhe mit gutem Profil setzen. Teleskopstöcke helfen zusätzlich bergab, weil sie die Knie entlasten und auf unruhigem Untergrund mehr Sicherheit geben. Für die Verpflegung reichen auf den kurzen und mittleren Runden meist leichtes Gepäck und einfache Tagesration. Ich plane bei warmem Wetter mindestens 0,75 bis 1 Liter Wasser pro Person ein, an heißen Tagen eher mehr. Dazu kommt eine leichte Regen- oder Windjacke, denn am Feldberg kann das Wetter schneller drehen, als man es im Tal erwartet. Wer mit Kindern oder wenig Wandererfahrung unterwegs ist, sollte außerdem früher starten und die Mittagshitze vermeiden. Das ist kein dramatischer, aber ein spürbarer Unterschied. Und weil der Feldsee ein Schutzraum ist, gehört zur Vorbereitung auch das richtige Verhalten vor Ort.
Naturschutz am See ist kein Nebenthema
Am Feldsee geht es nicht nur darum, einen schönen Ort zu besuchen, sondern ihn so zu erleben, dass er auch so bleibt. Das Badeverbot ist deshalb keine bürokratische Kleinigkeit, sondern eine direkte Folge der empfindlichen Uferzone und der dort wachsenden Pflanzen. Gerade das seltene stachelsporige Brachsenkraut braucht sehr spezielle Bedingungen, die durch Störung schnell leiden können.
- Auf den Wegen bleiben: Die Uferzonen und Hangbereiche sind empfindlicher, als sie auf den ersten Blick wirken.
- Nicht baden: Auch an warmen Tagen gilt das Verbot ohne Ausnahme.
- Rücksichtsvoll gehen: Wer leise und geordnet unterwegs ist, erlebt den See meist intensiver.
- Müll wieder mitnehmen: Was du hinträgst, sollte auch wieder mit zurück ins Tal.
Ich finde gerade diesen Teil wichtig, weil der Feldsee nicht überinszeniert ist. Er braucht keine Lautstärke, keinen Eventcharakter und keine Selbstverwirklichung am Ufer. Er gewinnt durch Distanz und Respekt. Wenn man das akzeptiert, bleibt die Wanderung ruhig, schlicht und genau deshalb eindrucksvoll. Damit daraus ein wirklich guter Ausflug wird, lohnt sich noch ein einfacher Tagesplan.
Ein halber Tag am Feldberg, der wirklich rund wirkt
Wenn ich den Ausflug plane, würde ich früh starten, die mittlere Runde wählen und die Einkehr am Raimartihof fest einbauen. So bleibt der Tag entspannt und der Feldsee ist nicht nur ein Zwischenziel, sondern der Mittelpunkt der Tour. Wer später losgeht, läuft eher in mehr Betrieb und hat weniger Ruhe für den Blick auf Wasser und Karwand.
- Früh losgehen: Bessere Chancen auf Parkplatz, ruhigere Wege und mehr Platz am See.
- Eine Pause einplanen: Der Raimartihof passt ideal, wenn du die Tour mit regionaler Küche verbinden willst.
- Die Runde nicht überfrachten: Ein klarer, gut gelaufener Halbtagsausflug bringt oft mehr als eine zu lange Kombination.
Genau so funktioniert der Feldsee für mich am besten: als kurze, klare Wanderung mit starkem Naturbild, sinnvoller Einkehr und einem Schutzraum, den man nicht nur besucht, sondern bewusst respektiert. Wer ihn so angeht, nimmt nicht nur schöne Fotos mit, sondern auch das seltene Gefühl, einen Ort wirklich ruhig erlebt zu haben.